Hausprojekt

Wir befinden uns im Jahre 2020 n.Chr. Ganz Deutschland ist von Miethaien besetzt… Ganz Deutschland? Nein! Ein von unbeugsamen AktivistInnen bevölkertes Dorf namens Berlin hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten. Und das Leben ist nicht leicht für die Kiez-Legionäre, die als Besatzung in den befestigten Lagern Kreuzbergium, Prenzlaugium und Friedrichshainium liegen…


10:30 – 11:30

Berliner Häuserkampf – zivilgesellschaftlicher Widerstand gegen die Kapitalisierung des Wohnungsraums

Paul Böttcher, Stadtplaner, UN Habitat, hbs Alumnus; Christoph Trautvetter, Netzwerk Steuergerechtigkeit + Wem gehört die Stadt, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Die Mieten in deutschen Großstädten kennen eigentlich nur einen Trend – steil aufwärts. Doch welchen Logiken unterliegt eigentlich der Wohnungsmarkt? Wie konnte es passieren, dass in einer Stadt wie Berlin die Mietpreise innerhalb nur einer Dekade so exponentiell gewachsen sind? 

Im Rahmen dieser Session möchten wir einen kurzen Blick auf die Geschichte der Berliner Stadtentwicklung werfen. Welche politischen Rahmenbedingungen haben zu den heutigen Ausmaßen von Mietsteigerungen und -Preisen geführt? Welche Rolle spielte das Kapitalinvestment riesiger (ausländischer Investment-)Unternehmen dabei und welche zivilgesellschaftliche, als auch politische Antwort hat sich bis heute auf die steigenden Mieten formiert und formuliert. 

Wir möchten euch in einen proaktiven Dialog einladen und diese Session gemeinsam mit euch gestalten. Welche Erfahrungen habt ihr persönlich eventuell mit Mietsteigerungen, Sanierungen oder auf der Wohnungssuche in deutschen Großstädten gemacht? Wollt ihr euch für einen faireren Wohnraum und bezahlbare Mieten engagieren, wisst aber nicht wo ihr anfangen sollt? Oder interessiert euch einfach nur das Thema und ihr wollt verstehen, welche Logik hinter kapitalisierten Wohnungsmärkten steckt? Ihr alle seid herzlich willkommen.

Der Raum wird kurz vor der Konferenz freigeschaltet. Bitte seid ca. 5 Minuten vorher da.


16:30 – 17:30

Das Mietshaussyndikat

Franziska Müller, Juniorprofessorin für Globale Klimapolitik, Universität Hamburg, Co-Gründerin des Wohnprojekts „Auenland“, hbs Alumna

Gemeinschaftliches Wohnen und alternative Wohnprojekte erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Eine sehr grundsätzliche Frage lautet dabei „Wem gehören Haus und Land?“. Ein Weg, um gemeinschaftliches Eigentum zu schaffen, das den Ansprüchen an soziales Wohnen genügt, ist das Modell Mietshäusersyndikat. Das Mietshäusersyndikat ist ein Projektverbund von rund 160 Wohnprojekten, der mehrere tausend Menschen und Immobilienbestand im Wert von ca. 750 Mio. EUR umfasst. All diese Projekte sind Kollektivbesitz, selbstverwaltet und dauerhaft dem Immobilienmarkt entzogen, bieten sozial-ökologischen Wohnraum an und bringen sich in die lokalen Debatten um Wohnungspolitik ein. Mein Workshop erläutert, wie das Modell funktioniert und wie die Gründung eines solchen Projektes – am Beispiel des neuen Kasseler Wohnprojekts „Auenland“ verläuft.

Der Raum wird kurz vor der Konferenz freigeschaltet. Bitte seid ca. 5 Minuten vorher da.