18.-19.1.2020 ›Antigenderismus‹ und Antifeminismus zwischen Mitte und Rechts

Der ganz normale Genderwahn: Anti›genderismus‹ und Antifeminismus als Scharnier zwischen Mitte und Rechts

Workshop am 18.-19.01.2020

Ernst Ludwig Ehrlich Haus, Alt-Moabit 25, 10559 Berlin

Eine zentrale Rolle in der Ideologie „rechtspopulistischer“ Parteien und Bewegungen nimmt das Feindbild „Genderismus“ ein, worunter Politiken des Gender-Mainstreaming, die akademische Disziplin der Gender Studies, wie jegliches Bemühen um Geschlechtergerechtigkeit fallen können. Dieser selbsternannte „Anti-Genderismus“ ist daher immer auch ein Antifeminismus.

Die Bedeutung der Feindbilder „Genderismus“ und Feminismus wird in der Analyse neurechter und rechtspopulistischer Ideologeme und politischer Positionen unterschätzt. Dabei haben diese sowohl in rechten Verschwörungsideologien wie dem „Großen Austausch“ als auch in der familienpolitischen Praxis rechter Akteur_innen eine zentrale Funktion. Neuere Analysen begreifen „Anti-Genderismus“ und Antifeminismus als Bindeglied zwischen konservativen und neu- (und alt-) rechten Positionen. Inwiefern ähneln sich diese Positionen in der Mitte und am rechten Rand des politischen Spektrums? Worin unterscheiden sie sich? Wie funktioniert dieses Scharnier? Und hat es das Potential, die »Ver-Mittung« rechter Positionen voranzutreiben?

Der Workshop findet in Kooperation der Ehemaligenarbeit des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks und des Vereins der ehemaligen Stipendiat*innen der Heinrich Böll Stiftung statt. Indem wir die in beiden Gruppen vielfältig vorhandenen persönlichen, wissenschaftlichen und aktivistischen Perspektiven zusammenbringen, wollen wir einen Rahmen bieten, Wissen zum Thema zu sammeln und zu teilen, aber auch zu überprüfen und zu erweitern. Immer im Blick behalten wollen wir dabei mögliche Perspektiven für die politische Praxis.

Teilnehmer*innenbeitrag: 20 Euro / 15 Euro ermäßigt / 10 Euro für Mitglieder des Vereins der ehemaligen Böll-Stipendiat*innen

Anmeldung bei Robert Ziegelmann.

Samstag, 18.01.2020

10:00-10:30 Einführung und Kennenlernen

Was bringe ich an Wissen und Erwartungen mit? Was will ich herausfinden?

Kurzreferate: Alle Teilnehmer_innen bereitet einen (vorgeschlagenen oder selbstgewählten) Artikel wahlweise für den 1. oder 2. Block so vor, dass sie der Gruppe in wenigen Minuten dessen zentrale Ergebnisse und Thesen vorstellen können.
10:30-11:30

 

1. Einführende Texte und Definitionen

Kurzreferate von Texten, die das thematische Feld erschließen und die zentralen Begriffe zu klären versuchen.

11:45-13:15 2. Analysen und Deutungsversuche

Kurzreferate von Ansätzen zur Erklärung des Phänomens. Konflikt- und Konsenspunkte der Forschung werden festgehalten – zusammen mit weiterführenden Fragen sowohl hinsichtlich der Analyse wie der politischen Strategie.

13:15-14:30 Mittagsimbiss und -pause
14:30-16:30 3. Quellenarbeit

In Gruppen analysieren wir gemeinsam Primärquellen des Anti-Gender-Diskurses.

17:00-18:30 4. Diskussion mit Julia Molin und Pia Schramm zu ihrer Forschung über die digitale Konstruktion von rechtspopulistischen Bedrohungsnarrativen
(Möglichkeit zum informellen gemeinsamen Abendessen)

 

Sonntag, 19.01.2020

9:45 Kleines Frühstück
 

10:00–11:45

5. Ergebnisse und Ausblick

Welche Analysen haben uns überzeugt? (Inwiefern) dient das Feindbild ›Gender‹ als Scharnier zwischen der politischen ›Mitte‹ und dem rechten ›Rand‹? Welche politischen Strategien folgen daraus?

12:00–13:00 6. Abschluss: Feedback zu Planung, Durchführung und Diskussionsatmosphäre